Weihnachten: Zeit der Freude, Zeit der Furcht?

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.  Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.  Und der Engel sprach zu ihnen:

Fürchtet euch nicht!  Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;  denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.  Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

So beschreibt Lukas die Erfahrung der Hirten, als ein Engel ihnen die frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi mitteilt.  Die Erscheinung des Engels ist für sie ein Grund zum Fürchten – ganz anders, als wir uns diese “putzigen Engelchen” oft vorstellen.  Wenn man sich schon vor dem Engel des Herrn so fürchten muß – wie sehr dann vor dem Herrn selbst?  Was, wenn Gott selbst käme?!

Und natürlich ist genau das die Nachricht des Engels: Der Heiland ist geboren, Christus – der Herr!  Fast könnte man es überlesen, aber Lukas macht hier keinen Fehler:  Der Engel des Herrn kündigt das Kommen des Herrn an!  Da sonst niemand einfach so mal einen Engel schickt, ist natürlich Gott gemeint!  Gott kommt in die Welt, und zwar in Christus, dem von Gott auserwählten König, der über die ganze Welt herrschen wird. 

Ein Weltherrscher?  Na, wenn das kein Grund zum Fürchten ist!  Ob im ersten oder im 21. Jahrhundert – Weltherrscher haben keinen guten Ruf.  Was aber, wenn dieser Herrscher, dieser Christus, ein guter Herrscher wäre?  Gott weiß, daß wir jemanden brauchen, der gut herrscht, und genau das ist die Verheißung, die ein Prophet schon 800 Jahre vor der Erscheinung des Engels bei den Hirten verkündet.  Beim Propheten Jesaja heißt es:

“… uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.”

So sieht die Herrschaft aus, die Gott selbst durch seinen Christus ausübt.  Unter dieser Herrschaft finden wir Frieden, Recht und Gerechtigkeit.  Deshalb ist Weihnachten ein Grund zur Freude für alle, die dem Christus ihr Leben unterordnen, der doch so demütig ist, daß er in einer Krippe in einem Stall geboren wird.

Gottes Plan für diese Welt ist es, alle Herrschaft auf der Schulter eines einzigen ruhen zu lassen:  Jesus, dem Christus.  Frohe Weihnachten allen, die sich so einen König für ihr Leben wünschen, und so Gott Gott über ihr Leben sein lassen – zu seiner Ehre, und uns zum Frieden.

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

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