Zitternd vor Furcht und Entsetzen verließen die Frauen das Grab und liefen davon. Sie hatten solche Angst, dass sie niemand etwas von dem erzählten, was sie erlebt hatten.
So lauten die letzten Worte des Markusevangeliums, und man muß sich schon fragen, welches Ereignis würde wohl solch eine Reaktion in Dir auslösen?
Noch erstaunlicher mag es vielleicht sein, daß diese Worte die Reaktion von Maria von Magdala und Maria, der Mutter des Jakobus ausdrücken, nachdem ihnen ein Engel die Auferstehung von Jesus Christus kundtat.
Die Auferstehung von Jesus Christus bestätigte natürlich alle Behauptungen von Jesus bezüglich seiner Person. Ja, er ist der Messias, der von Gott erwählte König, von dessen Herrschaft nichts in der ganzen Welt ausgenommen ist. Ja, er ist der leibhaftige Sohn Gottes, also Gott der Sohn – als Mensch. Ja, er hat sein Leben am Kreuz als Lösegeld für viele gegeben. Und ja, dadurch vergibt er denen die Sünden, die an ihn glauben.
Ganz klar eine gute Botschaft, oder? Endlich kann ich sündenfrei sein. Endlich ein guter Herrscher an der Macht! Warum also Furcht, Angst und Entsetzen derer, die mit der Auferstehung konfrontiert werden? Zunächst einmal ist natürlich die Ehrlichkeit dieses Berichtes bemerkenswert. Die vielen Details im Auferstehungsbericht sind nur so befriedigend zu erklären, daß diese Frauen tatsächlich dort waren, tatsächlich das leere Grab bestaunten. Aber ist vor allem das Ende des Berichtes nicht auch ganz und gar unbefriedigend?
Hier ist mein Erklärungsversuch. Ist es nicht faszinierend, daß durch das ganze Markusevangelium hinweg Furcht eine ganz häufige Reaktion auf Taten oder Aussagen von Jesus ist? Hier nur zwei Beispiele: Als Jesus den reichen Mann auffordert, seine Besitztümer aufzugeben und dieser traurig weggeht, erschrecken die Jünger, weil Jesus sagt, “ Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.” Und als Jesus den Sturm stillt, haben die Jünger weniger Angst vor dem Sturm als vor Jesu Rettungstat und seiner fordernden Frage: “Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?”
Klar wird, daß Jesus keine leeren Worte will, auch Taten sind ihm nicht genug. Jesus will ganz radikales Vertrauen in ihn, so wie von den Jüngern im Sturm. Und Jesus will ganz radikale Taten, so wie von dem Reichen.
Wer unter euch groß werden will, soll den anderen dienen; wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein
Warum sollten wir so leben? Weil Jesus auferstanden ist. Die Auferstehung Jesu bedeutet, daß wir von jetzt an “für andere da sein” sollen, denn das will unser König. Wem da nicht Angst und Bange wird, der hat nicht verstanden, was die Auferstehung von Jesus Christus bedeutet.
Gott sei Dank gibt uns Jesus auch die Resourcen für ein solches Leben. Um mit einem Zitat aus Kapitel 10 abzuschließen:
[Die Jünger] erschraken noch mehr. »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«, fragten sie einander. Jesus sah sie an und sagte: »Bei den Menschen ist das unmöglich, aber nicht bei Gott; für Gott ist alles möglich.«
In Gott ruht unsere Rettung. Wer sich im Klaren darüber ist, daß er dem göttlichen Maßstab nicht gerecht werden kann, darf sich seiner barmherzigen Hilfe sicher sein. Gott will retten, also wird er es auch vollbringen!